Der große Prosecco Test – Proseccos im direkten Vergleich

Prosecco ist in Deutschland sehr beliebt. Als Aperetiv oder einfach so im Sommer aus der Terrasse mit Freunden. Die Vielzahl der unterschiedlichen Marken ist riesig. Bei soviel Angebot ist es schwierig einen guten Prosecco auszuwählen. Wir möchten Ihnen hier zum einen eine kleine Hilfe bei der Auswahl eines Proseccos geben, aber auch sechs sehr unterschiedliche Proseccos vorstellen, vergleichen und bewerten. Die Idee des Der grosse Prosecco Test s ist dadurch entstanden, dass wir unser Prosecco Portfolio erweitern möchten und somit in Kontakt mit diversen Winzern stehen, um den für uns passenden Wein auszuwählen.

Spumante vs Prosecco im Prosecco Test

Nochmal zur Erinnerung: Prosecco ist ein Schaumwein, vergleichbar mit dem deutschen Sekt. In Italien ist der Überbegriff Spumante. Demnach sind die meisten Prosecco auch Spumante, dürfen sich allerdings dann Prosecco nennen, wenn sie aus der Glera Traube produziert werden und aus dem DOC Gebiet des Prosecco stammen. Grundsätzlich gibt es drei Schaumwein Arten. In Italien spricht man von Frizzante (Perlwein), Spumante (Sekt, Schaumwein) oder dem aufwändigsten Spumante mit Flaschengärung (Metodo Classico). Somit gibt es eben auch einen Prosecco Frizzante, bei dem die Kohlenesäure künstlich dem Grundwein hinzugefügt wird. Die Weine sind preislich deutlich günstiger, da die Kohlensäure rasch entweicht. Man spürt es auch am Gaumen, da in der Regel die Kohlensäure Bläschen deutlich größer und damit grob am Gaumen wirken.

Die Kandidaten stammen aus zwei unterschiedlichen Weingütern. Ca‘ Vescovado ist das eine Weingut Nummer und liegt in Lugugnana, einem Ortsteil von Portogruaro, nur wenige Kilometer vom historischen Zentrum entfernt, in einem großen fruchtbaren Gebiet zwischen den Flüssen Livenza und Tagliamento, an der Grenze zwischen Venetien und Friaul. Der Ort dürfte vielen Italien Urlaubern bekannt sein, auf der Reise nach Bibione kommt man dort unweigerlich vorbei. Global geographisch liegt das Weingut zwischen Venedig und Triest. Man bietet typische Weine diese Region an und eben auch Prosecco – fünf verschiedene Varianten.

Das zweite Weingut ist Piera 1899 von Piera Martellozzo. Das Weingut ist deutlich größer und hat sich weltweit bereits einen Namen mit Schaumweinen gemacht. Hier haben wir drei Proseccos ausgesucht und probiert, darunter einen Bio Prosecco sowie einen Rose Prosecco. Das Weingut liegt in Friaul in  San Quirino. Fährt man von Treviso nach Udine, kommt man dort vorbei.

Prosecco Spumante DOC Brut von Cason Brusa (Ca‘ Vescovado).

Bitte achten sie auf die Bezeichnung Brut. Dies sind die trockensten Proseccos. Der Restzuckergehalt beträgt zischen 0 und 12 g/l. Dies bedeutet, dass ein Prosecco mit der bezeichnung „brut“ durchaus eine gewisse Süße haben kann, denn 12 g/l sind schon sehr lieblich. Unser Testkandidat hatte sicher deutlich weniger Restzucker (vermutlich 5-6g/l), relativ wenig Perlage, also Kohlensäure und hatte keinen aufdringlichen Geschmack.


Der Prosecco Test
Der grosse Prosecco Test

Prosecco Spumante DOC Extra Dry von Cason Brusa (Ca‘ Vescovado)

mit 11,5% Alkohol. Dieser Wein ist „Extra Dry“ und bedeutet, er darf zwischen 12 und 17 g/l. Die Bezeichnung ist also irreführend, denn der Wein ist lieblich und weit von richtig trocken entfernt. Ich habe die Süße geschmeckt aber nicht als aufdringlich empfunden. Die meisten Teilnehmer des Tastings habe diesen Prosecco als gut und lecker bewertet. Perlage und Geschmack waren moderat.

Prosecco DOC Bio Brut von Piera 1899

und der Linie Pura Terra. Ein trockener bio Prosecco, der im Vergleich zu den anderen deutlich mehr Geschmack hat. Er ist sehr fruchtig, frisch und der Duft und Geschmack der Glera Traube kommt hier deutlich rüber. Auch hat der Wein viel mehr Kohlensäure. Mit der Süße liegt der Tropfen eher am oberen Ende mit ca. 10g/l .


Prosecco Test

Prosecco DOC Rose von Piera 1899

und der Linie Clar Delune. Der Rose Prosecco enthält Glera Trauben und ein wenig Pinot Noir für die rote Farbe und eben ein wenig andere Geschmacksnuancen. Durch die 3 g/l Restzucker ist er wirklich trocken, der ausgewogenen Perlage und den 12% Alkohol, für mich ein toller eleganter Prosecco.

Prosecco DOC 075 Carati von Piera 1899

ich hatte den Prosecco bereits auf der Weinmesse verkostet und hatte ihn als leicht süßlich in Erinnerung. In der erneuten Verkostung im Vergleich mit den anderen Kandidaten ist er in jedem Fall nicht süß. Er hat aber trotzdem 10g/l Restzucker, die man aber so nicht unbedingt als störend empfindet. Die Perlen der Kohlensäure sind klein und fein und es ist nicht zu viel Kohlensäure enthalten. Ein eleganter Prosecco.


Prosecco: 075 Carati
Prosecco 075 Carati im Test

Vescovado Prosecco DOC Brut

Am Gaumen ist er angenehm frisch, trocken und leicht. Die Säure ist klar erkennbar, aber nicht zu dominant.
Der Prosecco hat ein zartes Bouquet mit Noten von grünem Apfel, Birne und Akazienblüten.


Vescovado Prosecco
Vescovado Prosecco

Prosecco Cason Brusa DOC Extra Dry Rose

Der rose Prosecco reiht sich perfekt in die Familie der zwei anderen Cason Brut Proseccos ein. Man macht ihn natürlich aus der Glera Traube. Damit man einen Rosewein machen kann mussen auch ein paar Rotweintrauben her. Dazu verwendet man 15% Pinot Noir Trauben, bzw deren Schalen.

Am Gaumen ist er intensiv, frisch und lebendig, mit einer Säure, die immer gut durch Weichheit ausgeglichen wird. Er ist nicht süß, aber auch nicht trocken – ein perfekter Prosecco.
An der Nase erinnert er an frische Blumen wie Akazien- und Rosenblätter und Lavendel. Zarte Noten von Himbeeren und Walderdbeeren runden das leicht aromatische Bouquet ab.


Prosecco Cason Brusa Rose
Prosecco Cason Brusa Rose

Valdo Marca Oro Prosecco Superiore DOCG im Prosecco Test

Am Ende haben wir noch einen Kandidaten dem Prosecco Test hinzugefügt, den Sie sicherlich aus den Supermärkten her kennen. Es handelt sich um einen der größte Prosecco Produzenten Italienes Valdo. Valdo Spumanti wurde 1926 gegründet und hat seinen Sitz in Valdobbiadene, einem Zentrum der Prosecco-Produktion in der Region Venetien, Italien. Die Proseccos dieser Region dürfen sich DOCG nennen. Das Portfolio von Valdo ist relativ groß und verbindet verschiedene Submarken unter dem Dach des Hauses Valdo. Der Prosecco, den wir ausgesucht haben ist ein Prosecco Superiore DOCG mit dem Namen Marca Oro – die goldene Marke.

Der Wein kostet im Supermarkt zwischen 8 und 10 Euro. Geschmacklich wird er als „extra dry“ eingestuft hat ca. 15g/l Restzucker ist also relativ lieblich, und hat erkennbare Säure von ca. 5 g/l, was den Zucker nicht ganz so spüren lässt. Ansonsten ist die Farbe ein helles Silber mit anhaltender Perlage. In der Nase zart und fein, mit leichtem Birnenduft. Am Gaumen ausgewogen zwischen Süße, Säure und Perlage. Handwerklich gut gemacht, hat aber auch keine Höhen und Tiefen. Beim Einschenken war viel Kohlensäure zu sehen. Beim ersten Probieren jedoch hat man die Kohlensäure kaum bemerkt. Mein erster Eindruck war als ob der Prosecco schon einige Tage gestanden hätte. Dann nach einer Stunde war die Perlage klar erkennbar.


Valdo Prosecco DOCG
Prosecco Superiore DOCG von Valdo

Fazit des Prosecco Test

Eine Bilanz von unserem Prosecco Test zu ziehen ist schwierig. Ich würde sagen, es ist für jeden etwas dabei. Der eine mag es lieblicher, der andere trockener. Und genau mit den drei Hauptkriterien von Prosecco hat man heute gespielt: Süße, Säure, Geschmack und Perlage.


ProseccoBio Säure SüßePerlage
Prosecco Spumante DOC Brut von Cason Brusaneinmediumwenigwenig
Prosecco Spumante DOC Extra Dry von Cason Brusaneinweinigmediumhoch
Prosecco Spumante rose DOC Extra Dry von Cason Brusaneinwenigmediummittel
Vescovado Prosecco DOC Brutneinmediumwenigfein
Prosecco DOC Bio Brut von Piera 1899jamediummediumhoch, fein
Prosecco DOC Rose von Piera 1899 neinmediumsehr weinighoch, fein
Prosecco DOC 075 Carati von Piera 1899neinmediumwenigfein
Prosecco Superiore DOCG – Marca Oroneinmediummediumfein
Der grosse Prosecco Test

Häufige Fragen zu Prosecco

Wie erkennt man guten Prosecco vor dem Kauf?

Das Etikett ist der erste Indikator. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen drei Typen:

  • Prosecco – in der Regel ein Stillwein
  • Prosecco Frizzante – ein leicht perlender Wein
  • Prosecco Spumante – die hochwertigste Variante mit kräftiger Perlage, entstanden in Flaschen- oder Tankgärung
Zusätzlich auf die Herkunftsbezeichnung achten: DOC oder DOCG. DOCG-Proseccos, etwa aus der Zone um Valdobbiadene, sind in Deutschland seltener, stehen aber für besonders hohe Qualität.

Woran erkennt man gute Qualität beim Trinken?

Bei Prosecco sind die zentralen Qualitätsmerkmale Süße, Säure und Perlage. Die Perlage bezeichnet die Kohlensäurebläschen im Glas: Je feiner und beständiger die Perlen aufsteigen, desto hochwertiger gilt der Schaumwein. Süße und Säure sind dagegen Geschmackssache – hier entscheidet der persönliche Gaumen.

Was ist der Unterschied zwischen Prosecco DOC und DOCG?

DOC steht für kontrollierte Herkunft und umfasst ein großes Anbaugebiet in Venetien und Friaul. DOCG ist die strengere, höhere Qualitätsstufe mit engerem Ursprungsgebiet – in Deutschland weniger verbreitet, aber qualitativ das Beste, was Prosecco zu bieten hat. Bekannteste DOCG-Zonen sind Conegliano Valdobbiadene und Asolo.

Warum ist Prosecco so beliebt?

Prosecco überzeugt durch sein frisches, fruchtiges Aroma, geprägt von der Glera-Traube, und eine angenehm gebändigte Kohlensäure. Das Ergebnis ist ein unkomplizierter Schaumwein, der in verschiedenen Süßegraden erhältlich ist: trocken (Brut), halbtrocken (Extra Dry) oder süß (Dry) – so ist für jeden Geschmack etwas dabei.



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