Der Große Amarone Test

Ich wollte schon immer mal wissen, ob es sich wirklich lohnt mehr Geld für einen Amarone auszugeben, oder ob man mit dem Amarone von Aldi oder Lidl leben kann. Wir wollen in dieser Reihe ausgewählte Weine von Lidl und Aldi gegen Weine antreten lassen, die wir in unserem Portfolio haben und die Unterschiede objektiv schildern. Der Hintergrund des Amarone Tests ist immer die Frage, die Sie sich sicherlich auch immer wieder stellen und gestellt haben: Wie gut sind die Discounter Weine ? Lohnt es sich mehr auszugeben? Wichtig für Sie: Wir haben keine billigen Discounter Weine ausgesucht. Die Weine, die wir hier testen werden, liegen in der Preisklasse zwischen 6 und 20 Euro.

Amarone Test

Der Amarone Test

Heute geht es in dem Vergleich um zwei Amarone Weine.

Amarone 1 ist ein Aldi Amarone für ~13,- Euro vom Jahr 2017. Die Bewertungen in den einschlägigen Wein Apps war durchweg gut – sehr gut. Das machte mir bereits Angst. Wie soll ich einen deutlich teureren Wein verkaufen, wenn bereits ein Aldi Wein für deutlich weniger Geld, alles bietet.

Amarone 2 ist ein Bio-Amarone vom Weingut Trabucchi aus dem Jahr 2011. Beim Einschenken, hat man auf dem ersten Blick keinen Unterschied gesehen. Beide Weine waren dunkelstes Dunkelrot im Glas und kamen mit einer fruchtigen Farbe rüber. Erst beim genauen Hinsehen konnte man bei Amarone 1 erkennen, dass er deutlich jünger war. Amarone 2 hat am Rand einen leicht bräunlichen Einschlag, was auf ein höheres Alter und damit mehr Reife hinweist.

Amarone Test
Bio Amarone gegen Aldi Wein

Der Geruch von Amarone 1 war fruchtig aber einfach. Es hätte auch ein Valpolicella Landwein sein können. Nicht schlecht, aber nicht intensiv, sehr unspektakulär. Der Duft von Amarone 2 hingegen hat bereits angekündigt, was man später geschmacklich erwarten würde – ein intensives Bouquet nach Beeren, roten und schwarzen Früchten.

Amarone 1 war kaum als Amarone zu erkennen. Ein nettes Weinchen, hatte aber nichts mit den Amarone Weinen zu tun, die man sonst von seriösen Weingütern kennt. Ich habe früher auch diese Art von Amarone getrunken. Man kann sie trinken und sie sind süffig. Wer sich an Primitivo gewöhnt hat, für den ist dieser Wein sicherlich eine Steigerung. Hat man jedoch den Unterschied zu einem echten Amarone direkt geschmeckt, weiß man wovon ich rede.

Amarone 2 vom Weingut Trabucchi hingegen hat einen intensivem fruchtigen Geschmack nach getrockneten Pflaumen und Kirschen, sowie einem Hauch nach schwarzen Trüffeln. Viel intensiver, komplexer und hochwertiger. Wer diesen Wein einmal getrunken hat, möchte nie wieder einen anderen Wein trinken – garantiert.

Fazit

Übrigens haben wir die Weine in einer kleinen Familiengruppe zu viert blind verkostet. Keiner der Teilnehmer hat nur eine Sekunde bei diesem Amarone Test gezögert, die Weine auseinanderzuhalten.

Es mag dem ein oder anderem Leser unfair erscheinen einen 50,- Euro Wein gegen einen 14,- Euro Wein antreten zu lassen, aber das war genau der Zweck der Übung. Amarone ist eben nicht Amarone – oder nicht überall, wo Amarone drauf steht ist guter Amarone drin. Industrie-Amarone schmeckt eben nicht wie von guten Winzern gemachter Amarone. Im übrigen hätten wir diesen Amarone Test auch mit jedem anderen Amarone von Weinistgeil machen können und wären zum gleichen Ergebnis gekommen. Es lohnt sich ein paar Euro mehr auszugeben, um ein echtes Amarone Geschmackserlebnis zu bekommen.

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