Amarone Weine kommen aus der Gegend Venetien (Veneto) in der Nähe von Verona, um genau zu sein aus dem Valpolicella-Gebiet. Vielen Urlaubern aus Deutschland ist die Gegend um den Gardasee ja bestens bekannt. Am Südzipfel vom Gardasee bis nach Verona reicht das Anbaugebiet des Amarone. Wir sprechen hier über das valpolicella Gebiet. Dies wird in drei Kerngebiete unterteilt:

  • Classico umfasst das Gebiet von Fumane, Marano und Negrar
  • Valpantena verläuft über 12 km parallel zum Gebiet Valpolicella Classica und reicht bis Verona
  • Orientale umfasst das Gebiet Squaranto, Mezzane, Illasi, Tramigna und Alpone sowie ebenfalls Ortsteile von Verona

Diese Gebietsbezeichnungen finden Sie übrigens dann auch auf den Weinen wieder. So haben wir Amarone Weine aus dem Classico Gebiet sowie aus Illasi.

Ursprung des Amarone

Das Besondere an diesem Wein ist sein Herstellerverfahren, das ähnlich ist, wie das eines Süßweines. Eigentlich war der Süßwein zuerst da. Der sogenannte Recioto della Valpolicella, der sehr ähnlich zum Portwein ist. Dann ging etwas schief bei der Herstellung und man erhielt keinen süßen Wein mehr, sondern einen trockenen. Der Amarone war geboren. Übrigens der wesentliche Unterschied zwischen Portwein und unserem Recioto ist, das man bei Portwein Branntwein hinzu gibt während man beim Recioto den Zuckergehalt einzig allein durch die getrockneten Trauben erreicht.

Herstellung

Im folgenden werden wir kurz die Schritte der Amarone-herstellung beleuchten:

Phase 1

  1. Nach der Lese trocknet man die Trauben getrocknet. Dies ist anders als bei allen anderen Rotweinen. Hört sich erst mal einfach an, ist aber in der Praxis extrem aufwendig. Die Trauben werden auf speziellen Gestellen, meist aus Holz, ausgebreitet und gut belüftet. Einige Weingüter stellen dazu große Ventilatoren auf. Dabei muss man gut darauf achten, dass die Trauben nicht faulen. Dazu werden sie immer wieder gedreht und umgeschichtet. Das dauert 2-4 Monate.
  2. In diesem Prozess verlieren sie dann viel ihrer Flüssigkeit. Bis zu fünfzig Prozent der Flüssigkeit gehen so verloren – im wesentlichen Wasser. Es bleiben Säure, Zucker und andere Extraktstoffe übrig. Diese sind dann sehr konzentriert. Deswegen nennen die Italiener diese Phase auch Appassimento (Schwund).
  3. Das Geheimnis eines gute Amarone liegt bereits in dieser Phase beginnt aber bereits viel früher. Wer einen Amarone Winzer auf seinen Feldern beobachtet, weiß wovon ich spreche. Man hegt und pflegt die Trauben regelrecht. Da werden Blätter abgeschnitten, Trauben entfernt, die nicht gut sind oder an der falschen Stelle wachsen – sehr viel Liebe und Geduld steckt man da in Pflanzen. Also ein Geheimnis ist die Traube selbst. Dann aber kommt auch der Aufwand den man in das Appassimento Verfahren steckt.
  4. Aus diesen Trauben, die eigentlich gar keine Trauben mehr sind, sondern Rosinen, gewinnt man dann einen hochkonzentrierten Most. Dieser Most hat dann einen relativ hohen Alkoholgehalt von oft über 15%. Aber dieses Konzentrat ist auch noch recht süß und könnte niemals als trockener Rotwein verkauft werden.
  5. Beim Amarone setzt in dieser Phase eine zweite Gärung ein. Verantwortlich dafür ist ein spezieller Hefestamm. Trotz des hohen Alkohol wandelt diese Hefestämme nun den Zucker weiter in Alkohol um und man erreicht einen noch höheren Alkoholgehalt bei deutlich weniger Restzucker und somit einen trockenen Rotwein. Der Amarone erreicht so nicht selten bis zu 16% Alkohol.

Fazit

Wenn man sich das aufwendige Verfahren und den Aufwand auf den Feldern anschaut, wird auch der relativ hohe Preis für den Amarone klar und verständlich. Man muss sich vorstellen, dass man so auch deutlich weniger Wein aus den Trauben bekommt, da der größte Teil der Flüssigkeit ja verdunstet. Die Winzer brauchen doppelt so viel Trauben, wie bei der Herstellung eines normalen Weins.

Bezeichnungen

Bereits 1968 hat man dem Wein den DOC und dann 2010 den DOCG Status verliehen. Den Namen hat der Amarone (amaro=bitter) von einer leicht bitteren Note, die man manchmal schmecken kann. Allerdings habe ich noch nie diese Bitterstoffe erschmeckt.

Die drei Weine von San Benedetto
Die drei Weine vom Weingut San Benedetto

Es gibt einige Gemeinden im Valpolicella-Gebiet,in denen der Wein den Zusatz „classico“ führen darf (siehe oben). Den Zusatz „Riserva“ dürfen dann die Weine führen, wenn sie entsprechend lange in Holzfässern greift sind. Folgende Rebsorten dürfen in einem Amarone DOCG enthalten sein: Corvina Veronese, Corvinone, Rondinella und Rebsorten aus der Provinz Verona zu kleinen Teilen.

Von der Corvina-Traube müssen in jedem Valpolicella-Wein mindestens 45%, aber maximal 95% enthalten sein. Die weitere Rebsorte trägt den Namen Rondinella und sie muss mit mindestens 5% in den Weinen zum Einsatz kommen, darf aber nicht mehr als 30% ausmachen. Zudem gibt man häufig noch Corvinone hinzu. Auf diese darf man allerdings auch verzichten. Es dürfen auch nicht mehr als 50% davon in die Produktion einfließen.

Übrigens ist es gut zu Wissen, dass die Amarone Weine nicht viel mit den Valpolicella Weinen zu tun haben. Sie wachsen nur in der selben Region. Zwar verwendet man in der Regel die gleichen Rebsorten, aber es dürfen und werden noch viele andere teilweise exotische Rebsorten in den Valpolicella Wein hinzugefügt.

An dieser Stelle sollten wir noch kurz auf die verschiedenen Weintypen der Valpolicella Weine eingehen.

Valpolicella Weine

Valpolicella DOC: Der Alltagswein mit einem leichten angenehmen Duft, fruchtig aber nicht besonders komplex. Die Weine haben mindestens 11% Alkohol.

Valpolicella Superiore DOC: Diese Weine bestehen aus den gleichen Trauben, haben aber einen niedrigeren Säuregehalt.

Valpolicella Ripasso DOC: Man verwendet den Trester bzw. die Maische, die Traubenrückstände des Amarone, und die Trauben aus den obigen Reben und initiiert eine zweite Gärung. Dadurch bekommt der Wein seinen typischen leicht bitteren, süßen Geschmack. Durch die zweite Gärung bekommt der Wein somit auch mehr Alkohol auch mehr Farbe, Aromen, Extrakt und Tannin. Der Geschmack ähnelt sehr stark dem des Amarone, ist aber deutlich einfacher, nicht so komplex und auch deutlich preisgünstiger.

Recioto della Valpolicella DOCG: Diese etwas süßlichen Weine, die aus den gleichen Trauben hergestellt werden, wie die anderen Valpolicella Weine haben seit 2010 sogar den DOCG Status. Dabei trocknet man die Trauben für 120 Tage. Dies geschieht auf einer speziellen trocknungsvorrichtung. Erst dann verarbeitet man die Trauben weiter. Man erreicht dadurch einen höheren Zuckergehalt. Das sorgt dann für den lieblichen , samtigen, runden und süßen Geschmack.

Amarone della Valpolicella DOCG: Haben wir in diesem Artikel ausfühlich behandelt. Der Kult Wein.

Amarone von Trabucchi
Der neue Amarone von Trabucchi

Amarone bei Weinistgeil

In unserm Weinshop führen wir drei verschiedene Amarone, die allerdings von höchster Qualität sind. Ein Wein hat seit Jahrzehnten ein amtliches Biowein Zertifikat, das nicht so einfach zu bekommen ist.