Hinter dem Namen Comaroto Amarone steht kein Unbekannter, sondern die Familie Dal Forno (genauer: die Dal Forno Bros). Während der Name Dal Forno weltweit für monumentale, ultradichte Weine steht, ist Comaroto ein junges, eigenständiges Projekt der Familie. Das Weingut liegt im malerischen Val d’Illasi, dem östlichen Teil der Valpolicella-Zone.
Der Name „Comaroto“ ist eine tief verbeugende Hommage an die eigene Familiengeschichte. Er leitet sich vom italienischen Begriff Comare (die Hebamme) ab – ein Beruf, den die Mutter von Ernesto Dal Forno Anfang des 20. Jahrhunderts in der Region ausübte. Das Weingut verbindet diese nostalgische, familiäre Verwurzelung im Weinberg mit einer kompromisslosen, fast schon chirurgischen Präzision und Modernität im Keller.
Der Wein: Sensorisches Profil
Der Jahrgang 2021 gilt in der Region als absolut herausragend. Er brachte perfekt ausgereifte Trauben mit einer exzellenten natürlichen Säurestruktur hervor, was diesem wuchtigen Wein eine faszinierende Lebendigkeit verleiht.
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Aussehen: Im Glas zeigt sich der Wein in einem dichten, tiefen und fast undurchdringlichen Rubinrot mit granatfarbenen Reflexen am Rand. Seine Viskosität ist beeindruckend – schwere Schlieren („Kirchenfenster“) gleiten langsam an der Glaswand herab.
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Geruch: Das Bouquet ist opulent und vielschichtig. Es öffnet sich intensiv mit Noten von reifer Schwarzkirsche, saftigen Heidelbeeren und dunkler Edelbitterschokolade. Mit etwas Luft entwickelt der Wein dunklere, extrem edle Nuancen von Trüffel, feinem Tabak und frischem, neuem Leder.
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Geschmack: Am Gaumen ist dieser Amarone eine absolute Wucht, ohne jedoch plump zu wirken. Er besitzt eine enorme, dichte Struktur mit 16,5 % Vol. Alkohol, die jedoch perfekt durch eine energetische Frische und lebendige Mineralität balanciert wird. Die Gerbstoffe sind präsent, aber seidig geschliffen. Der Abgang ist monumental, extrem langanhaltend und hallt mit Noten von dunklem Kakao und getrockneten Waldbeeren nach.
Die Besonderheiten der Herstellung von Comaroto Amarone
Was den Comaroto Amarone so besonders macht, ist das Zusammenspiel aus uralten Reben und der extrem akribischen Kellertechnik:
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Alte Reben (40–60 Jahre): Die Trauben stammen von tief verwurzelten Rebstöcken, die auf Kalk-, Lehm- und Schluffböden wachsen. Dies sorgt für die natürliche Komplexität und die feine mineralische Spannung im Wein.
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Die Rebsorten-Komposition: Ein klassischer, aber verfeinerter Blend aus 60% Corvina, 20% Rondinella, 10% Oseleta und 10% Croatina.
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Strenges Appassimento: Nach der rigorosen Handlese im September/Oktober werden die Trauben rund drei Monate in speziellen, perfekt belüfteten Räumen getrocknet. Dabei verlieren sie Wasser, was Zucker und Aromen extrem konzentriert.
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Das „24+24“-Verfahren: Nach der Gärung im Dezember reift der Wein für 24 Monate in brandneuen Barriques aus französischer Eiche und anschließend für weitere 24 Monate auf der Flasche, bevor er überhaupt in den Verkauf gelangt.
Auszeichnungen des Comaroto Amarone
Da Comaroto ein streng limitiertes Projekt mit Fokus auf exklusivste Qualität im Contemporary-Stil ist, fliegen die Weine oft noch knapp unter dem ganz großen Mainstream-Radar, werden in der Fachwelt jedoch als absoluter Geheimtipp für Liebhaber des „Dal Forno-Stils“ gehandelt.
Der Jahrgang 2021 wird von internationalen Kritikern für seine enorme Balance gelobt – während die genauen finalen Punktebewertungen der großen Magazine (wie James Suckling oder Robert Parker) für diesen spezifischen, frisch auf den Markt gebrachten Jahrgang oft noch finalisiert werden.
Auszeichnungen von Ian d’Agata
Ian D’Agata – einer der weltweit renommiertesten Experten für italienischen Wein und native Rebsorten – steht sogar in einer ganz besonderen, engen Beziehung zu diesem Weingut.
Er hat das Projekt Comaroto (das von den Brüdern Michele und Luca Dal Forno geleitet wird) von Beginn an intensiv begleitet. Tatsächlich wählte er die US-Premiere der Comaroto-Weine im Frühjahr 2025 als exklusives Highlight für die Eröffnungstour seiner neu gegründeten Ian D’Agata Wine Academy in Houston und New York aus.
D’Agata gilt als Kritiker, der extrem auf Terroir-Treue und die präzise Stilistik nativer Rebsorten (wie Corvina und Oseleta) achtet. In seiner detaillierten Review hebt er hervor:
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Die Textur: Er vergleicht die Eleganz und Frische des Weins trotz seiner immensen Kraft und des hohen Alkoholgehalts mit der Eleganz einer Ballerina. Der Comaroto Amarone wirkt zu keinem Zeitpunkt „marmeladig“ oder plump, sondern behält eine faszinierende, fast schwebende Balance.
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Die Präzision: Er lobt die „chirurgische Sauberkeit“ und die extrem feine, reine Frucht (Crushed Red Fruits), die typisch für die hochgelegenen Weinberge im östlichen Val d’Illasi ist, kombiniert mit den tiefen Terroir-Noten von Mineralität, Trüffel und Tabak.
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Das Potenzial: Er stuft den 2021er als einen der besten Einstiege für dieses junge Weingut ein und bescheinigt ihm ein jahrzehntelanges Reifepotenzial.
Diese 96 Punkte von einem so detailverliebten Italien-Kenner wie Ian D’Agata setzen den Comaroto 2021 auf Anhieb in die absolute Oberliga der Amarone-Welt auf Augenhöhe mit den etabliertesten Kultweinen der Region. Auch haben wir diesen Wein bereits vor einem Jahr auf der Vinitaly in einer Masterclass verkosten dürfen und über die besten Amarone Weine berichtet.
Genuss-Tipp: Schenken Sie dem Comaroto Amarone Zeit. Er hat ein Lagerpotenzial von 15 bis 20+ Jahren. Wenn Sie ihn jetzt trinken möchten, sollten Sie ihn mindestens 2 bis 3 Stunden vorher in einer breiten Karaffe dekantieren. Perfekt zu geschmortem Wild, kräftigem Rinderbraten oder reifem Parmesan.



