Der große Primitivo Test

In diesem Blog Beitrag „Primitivo Test“ möchten wir Ihnen einige ausgewählte Primitivo Weine vorstellen und versuchen die Unterschiede herauszuarbeiten. Die Weine stammen von unterschiedlichen Weingütern und unterscheiden sich durch Lage, Böden, Qualitätsstati, Süßegrad und Anbauart.

Wir werden versuchen diesen Blog stetig zu erweitern in dem wir mehr und mehr Primitivos hinzunehmen und darüber berichten.

Primitivo Test
Der große Primitivo Test – sechs Primitivos im Vergleich

Der Primitivo

Primitivo gehört in Deutschland inzwischen zu einer der beliebtesten italienischen Weinsorten, oder sogar zu den beliebtesten Weinen überhaupt. Das war nicht immer so. Durch den Namen im Deutschen schreckt er auf den ersten Blick ab. „Primitiv“ = einfach zu simple. Zwar ist der Primitivo ein einfacher Wein, dem häufig die Komplexität anderer Weine fehlt, aber auch das ändert sich langsam. Es gibt durchaus sehr aufwendig und gut gemachte Primitivos, aber dazu später mehr.

Zahlen, Daten, Fakten des Primitivo Test

Schaut man nach Apulien, dort wo der Primitivo angebaut wird, ist diese Rebsorte, die mit Abstand häufigste. Man findet dort Primitivo Trauben auf ca. 12.000 Ha Anbaufläche. Dies entspricht ungefähr 2 Mio Hektolitern Wein. Davon entfallen ca. 182.000 Hektoliter auf DOC/DOCG Primitivo Weine in Apulien. Jetzt muss man allerdings dazu sagen, dass die meisten Primitivos als IGT Weine verkauft werden. Es gibt nur zwei Primitivos, die den DOC Status haben:

  1. Primitivo di Manduria DOC
  2. Primitivo di Manduria Dolce DOCG

Von diesen beiden Sorten findet man also 182.000 Hl Wein in Italien. Worin liegt also der Unterschied zwischen diesen Primitivos ? Normalerweise finden Sie auf den Etiketten des Weins ein Primitivo IGT oder ein Primitivo Salento IGT. Dies sind die Qualitätsweine mit dem ersten oder einfachsten Standard in Italien. Auch hier können sich ausgezeichnete Weine befinden. Allein die Tatsache nicht in Manduria zu sitzen, bedeutet nicht dass, man schlechteren Wein produziert. Es beginnen inzwischen einige kleine Winzer in Apulien hochwertigen Bio Primitivo Wein zu produzieren. Auch wir von Weinistgeil haben zwei Winzer getestet und danach einen ins Programm aufgenommen. Allerdings gibt es in Apulien noch nicht viele Bio zertifizierte Betriebe. Wenn Sie mehr über biologischen Weinbau lesen möchten, schauen sie hier.

Primitivo di Manduria

Der DOC Primitivo muss aus Manduria kommen. Nur dann darf er sich DOC Wein nennen. Er trägt dann die Bezeichnung Primitivo di Manduria DOC. Die Rahmenbedingungen diesen Wein herzustellen sind etwas strikter als bei IGT Wein. Der Primitivo di Manduria DOC muss 85% Primitivo Trauben enthalten. Die restlichen 15% müssen lokale Trauben aus der Region sein. Ferner ist der Höchstbetrag Wein pro Hektar limitiert. Er darf 63 Hektoliter pro Ha nicht überschreiten. Bei den IGT Primitivos ist das auch mal leicht das dreifache. Und genau das macht dann auch einen großen Teil der Qualität aus. In vielen Fällen ist der Primitivo di Manduria noch dunkler, noch fruchtiger und manchmal auch lieblicher. Es dürfen bis zu 18 g Restzucker pro Liter in dem Wein sein. Weine bis zu 12g/l laufen in der Regel als trockene Weine.

Der Primitivo Test

Damit können wir aus schon zu unserem eigentlichen Primitivo Test kommen. Wir haben 4 IGT Primitivos ausgesucht. Davon ist einer ein Bio Primitivo. Dazu kommen noch zwei Primitivo di Manduria DOC. Ist es jetzt fair die beiden Weingruppen unterschiedlicher Qualitätsstufe miteinander zu vergleichen? Ja und nein. Unser Ziel ist es ja Ihnen die wesentlichen Unterschiede näher zu bringen und uns geht es gar nicht darum den besten und den schlechtesten Wein zu küren. Dafür gibt weitaus professionellere Kollegen und Gremien.

Kriterien

Im übrigen gibt es noch ein Kriterium, dass wir nicht berücksichtigen bzw. wir haben keinen Wein dieser Art im Test Portfolio: den Riserva. Die Riserva Weine dürfen sich so nennen, wenn sie mindestens noch 2 Jahre reifen und davon 9 Monate im Holzfass waren. Wir werden in einem fortführenden Blogbeitrag näher darauf eingehen.


KandidatenQualitäts-
stufe
Bio Alkoholgehalt
in vol%
Ausbau-
art
TerrameIGTnein14Stahl
QuidIGTnein14Stahl
PatuIGTnein14,5Stahl
Ponte VeroIGTja13,5Holz
Ad HocDOCnein14,5Holz
AcinoreDOCnein15Holz
Vergleich der Test Primitivo Weine

Der Vergleich

Allein die obige Tabelle zeigt ihnen bereits Vieles auf. Wollen Sie eine Wein, den Sie jeden Tag zum Essen trinken können, dann wählen Sie den Terrame oder den Quid. Beide sind fruchtig, typische Primitivos und nicht zu süß. Der Patu schließt sich dem an, ist allerdings etwas kräftiger, aber ebenfalls ein guter Begleiter zum Essen.

Der Ponte Vero hat durch seine Lagerung im Holzfass noch eine besondere Note und hebt sich geschmacklich deutlich von den drei Freunden vorher ab. Diesen Wein kann man auch gut zum Essen trinken, ist aber eher etwas für den Sonntag. Danach folgt der Ad Hoc. Haben Sie direkt vorher die anderen Weine gekostet, wird der Ad Hoc Ihnen unter Umständen zu süß erscheinen. Fakt ist, es ist ein trockener- halb-trockener Primitivo di Manduria, den Sie ganz gemütlich auf dem Sofa genießen können. Ich persönlich trinke ihn nicht zum Essen, aber er ist ein gut gemachter Primitivo di Manduria zum sehr guten Preis. Der letzte im Bunde ist der Acinore. Schon beim Eingießen in das Glas merken Sie den Unterschied. Der Wein ist noch dunkler, noch kräftiger und noch runder als all die anderen Weine vorher. Er hat aber nicht die Süße, die der Ad Hoc vorweist und ist somit ein durchweg gelungener Wein. Allerdings hat dieser Wein auch seinen Preis. Er ist deutlich teurer als all die anderen Weine, aber man schmeckt den Unterschied. Ein Wein für einen besonderen Anlass.

Weinistgeil und der Primitivo Test

Wir von Weinistgeil haben all diese Weine auch zu einem Probierpaket zusammengefasst, dass Sie natürlich in unserem Shop Online kaufen können. Auch haben wir noch einen interessanten Blog Artikel verfasst, in dem wir auf einige typische Fragen rund um den Primitivo eingehen.

Nachtrag: Im Nachgang hatte ich noch einen weiteren Primitivo getestet. Dabei habe ich den „Puro“ von Michele Biancardi direkt gegen den QUID von Tenuta Giustini probiert. Der Puro ist ein Bio-Primitivo mit einem Hauch an Nero di Troia Trauben. Das Ergebnis ist verblüffend. Während ich bei der Einzelverkostung den Puro als Primitivo abgetan hatte, konnte ich nun im direkten vergleich den Wein richtig schätzen. Er hatte einfach einen sehr eigenen aber super angenehmen Geschmack, der den QUID, lediglich wie einen einfachen Primitivo aussehen ließ. Jedem Primitivo Liebhaber sei deswegen geraten, einen Blick auf diesen Bio- Primitivo zu werfen. Und wer dann noch einen Hauch von Holz schmecken möchte, der sollte dann zum „Ponte Vero“ greifen.

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