Aglianico del Vulture
Aglianico del Vulture ist eine DOC/DOCG-Weinbezeichnung aus der Region Basilicata in Süditalien. Die Weine werden ausschließlich aus der Aglianico-Rebsorte vinifiziert und zählen zu den langlebigsten und tanninreichsten Rotweinen Italiens — oft als „Barolo des Südens“ bezeichnet.
- Region
- Basilicata, Süditalien
- Rebsorte
- Aglianico (100%)
- Klassifikation
- DOC (Aglianico del Vulture) und DOCG (Aglianico del Vulture Superiore)
- Besonderheit
- Die Reben wachsen auf vulkanischen Böden am Hang des erloschenen Vulkans Monte Vulture auf 400–700 Meter Höhe
- Geschmacksprofil
- Dunkle Kirschen, Pflaume, Leder, Tabak, Eisenmineralik — mit hoher Säure und dichten Tanninen
- Reifezeit
- DOC: mindestens 1 Jahr. Superiore DOCG: mindestens 5 Jahre (davon 1 Jahr Holz)
Aglianico del Vulture stellt einen der faszinierendsten und vielschichtigsten Rotweine Italiens dar. Weinliebhaber auf der ganzen Welt schätzen diesen edlen Tropfen für seine unbändige Kraft, seine komplexe Struktur und seine außergewöhnliche Langlebigkeit im Keller. Im tiefen Süden Italiens keltern engagierte Winzer aus der antiken Rebsorte Aglianico wahre Meisterwerke von absolutem Weltformat. Dieser ausführliche Artikel führt Sie tief in die aufregende Welt dieses besonderen Rotweins und beleuchtet alle wichtigen Facetten.
Region vom Aglianico del Vulture
Nachbarn
Die eher unbekannte Region Basilikata beheimatet den Aglianico del Vulture und bietet ihm ideale Bedingungen. Diese faszinierende Landschaft erstreckt sich tief im Süden Italiens und grenzt direkt an die bekannteren Regionen Apulien, Kampanien und Kalabrien. Anders als die touristisch stark frequentierten Küstenregionen zeigt sich die Basilikata noch heute eher ursprünglich, unberührt und teilweise sehr wild. Raue Gebirgszüge, dichte Wälder und weite, hügelige Landschaften dominieren das optische Bild und prägen die Natur. Hier, im nordwestlichen Teil der Provinz Potenza, finden die empfindlichen Reben perfekte klimatische und geologische Gegebenheiten vor.
Weinbau
Die Landschaft rund um den längst erloschenen Vulkan Monte Vulture bildet das pulsierende Zentrum des lokalen Weinbaus. Die passionierten Winzer der Umgebung kultivieren die Reben auf einer überschaubaren Gesamtfläche von nur etwa 1.200 Hektar. Die Region besitzt eine jahrtausendealte und überaus stolze Weinbautradition. Antike griechische Siedler brachten die ersten Rebstöcke vermutlich bereits vor weit über zweitausend Jahren in dieses fruchtbare Gebiet. Die Einheimischen bewahrten dieses wertvolle kulturelle Erbe über die vielen Jahrhunderte hinweg mit großer Leidenschaft. Heute steht die gesamte Basilikata sinnbildlich für einige der herausragendsten Rotweine aus ganz Süditalien. Der Aglianico del Vulture fungiert dabei als das unangefochtene Aushängeschild und zieht die Aufmerksamkeit der internationalen Weinwelt auf sich.
Matera
Eine der bekanntesten Städte ist wahrscheinlich Matera. Die Stadt ist berühmt für die Sassi di Matera, also alte Höhlenwohnungen und in den Fels gebaute Stadtviertel. Dazu kommen Felsenkirchen, Treppen, Aussichtspunkte und eine sehr besondere Atmosphäre. Matera gehört zum UNESCO-Welterbe und war 2019 Kulturhauptstadt Europas. Für mich ist Matera mindestens eine Übernachtung wert, besser zwei. Fun Fakt: Ein James Bond Film hat dort gespielt und wurde in der Nähe gedreht.
Lage
Basilikata und Aglianico del Vulture
Die spektakulären Weinberge erstrecken sich wie ein grüner Teppich rund um das Massiv des Monte Vulture. Die erfahrenen Winzer pflanzen ihre Rebstöcke zumeist in steilen Höhenlagen, die zwischen 400 und 800 Metern über dem Meeresspiegel variieren. Diese stark exponierte Lage beeinflusst das lokale Mikroklima ganz entscheidend und verleiht dem Wein seinen einzigartigen Charakter. Ein ausgewogener Mix aus heißen mediterranen und kühleren kontinentalen Wettereinflüssen herrscht hier in den Bergen vor. Tagsüber wärmt die intensive und kraftvolle süditalienische Sonne die heranreifenden Trauben zuverlässig. Nachts kühlen die Temperaturen in diesen großen Höhenlagen jedoch überraschend stark und deutlich ab.
Monte Vulture
Diese extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht verlangsamen den natürlichen Reifeprozess der Trauben ganz enorm. Die Reben nehmen sich außergewöhnlich viel Zeit, um ungemein komplexe Aromen zu entwickeln und gleichzeitig eine erfrischende, lebhafte Säurestruktur zu bewahren. Das Bergmassiv des Vulkans schützt die Weinberge zudem hervorragend vor übermäßigen Niederschlägen und extremen, zerstörerischen Winden. Die geduldigen Winzer ernten die perfekt gereiften Trauben oft erst sehr spät im Weinjahr, teilweise erst Ende Oktober oder unter Umständen sogar erst Anfang November. Diese späte Lese ermöglicht die Entwicklung von tiefdunkler Farbe und ungemein kräftigen, aber dennoch edlen Tanninen, ohne dass die wichtige aromatische Frische im Endprodukt verloren geht.

Böden
Tuffstein, Basalt, Lava und Aglianico del Vulture
Der seit Jahrtausenden erloschene Vulkan Monte Vulture drückt den Böden der Region seinen absolut unverwechselbaren Stempel auf. Gewaltige vulkanische Aktivitäten formten die gesamte Landschaft vor langer Zeit und hinterließen ein geologisches Terroir der Extraklasse. Die feinen Rebwurzeln graben sich auf der Suche nach Nährstoffen tief in dicke Schichten aus Ascheablagerungen, porösem Tuffstein, hartem Basalt und erstarrter Lava. Überaus mineralienreiche Lehmböden ergänzen dieses beeindruckende geologische Profil perfekt. Diese spezielle Bodenstruktur speichert das spärliche Regenwasser hervorragend und versorgt die Pflanzen auch in extrem heißen und trockenen Hochsommern konstant mit lebenswichtiger Feuchtigkeit. Gleichzeitig zwingen die kargen und steinigen vulkanischen Gesteinsschichten die Reben dazu, ihre Wurzeln extrem tief in das Erdreich zu treiben. Dort, tief im Boden, nehmen sie eine Vielzahl an wertvollen Spurenelementen und Mineralien auf.
Einfluss auf den Geschmack
Diese Mineralität schmeckt der passionierte Weinliebhaber später ganz deutlich und intensiv bei jedem Schluck im Glas. Die dunkle, vulkanische Erde verleiht dem Aglianico del Vulture eine subtil rauchige Note, eine faszinierende aromatische Tiefe und eine feine, unnachahmliche Würze. Diese Charakteristika unterscheiden ihn grundlegend und vorteilhaft von vielen anderen Rotweinen, die auf herkömmlichen Bodentypen wachsen. Das dunkle Gestein speichert zudem die Wärme der Mittagssonne sehr effektiv und gibt sie nachts langsam und kontinuierlich an die wärmeliebenden Rebstöcke ab.
Rebsorte
Eigenschaften von Aglianico
Die autochthone Rebsorte Aglianico spielt die Hauptrolle in diesem traditionsreichen Weinanbaugebiet. Führende Weinexperten zählen sie völlig zu Recht neben den großen norditalienischen Sorten Nebbiolo und Sangiovese zu den edelsten roten Traubensorten ganz Italiens. Aglianico-Trauben besitzen eine dicke und widerstandsfähige Beerenschale. Diese kompakten Schalen liefern dem Winzer während der Gärung reichlich dunkle Farbstoffe und eine enorme Menge an kräftigen Tanninen. Der tiefdunkle Saft der Beeren weist zudem einen bemerkenswert hohen natürlichen Säuregehalt auf, der dem Wein sein langes Leben garantiert. Diese seltene Kombination aus extrem viel Gerbstoff und ausgesprochen hoher Säure erfordert viel Geduld vom handwerklichen Winzer und später auch vom anspruchsvollen Weintrinker.
Aglianico im Wein
Die Rebsorte reift langsam am Stock und benötigt viel direkte Sonne, um ihre volle aromatische Pracht und Süße zu entfalten. In der Jugend wirken viele Weine aus dieser Traube noch oft ungestüm, streng, wild und aromatisch verschlossen. Erst nach einigen Jahren der behutsamen Lagerung im kühlen Keller glätten sich die harten Tannine und weichen einer noblen Eleganz. Dann erst offenbart die Traube ihr volles Potenzial. Intensive Aromen von dunklen Waldbeeren, reifen Pflaumen, schwarzem Pfeffer und eine feine, erdige und animalische Note prägen dann das beeindruckende Geschmacksbild. Die Rebsorte fordert vom Winzer im steilen Weinberg höchste Aufmerksamkeit und viel Handarbeit, belohnt diesen enormen Aufwand aber glücklicherweise mit Weinen von monumentaler Struktur und Tiefe.
Verweise auf den Taurasi
Taurasi
Wenn Kenner intensiv über Aglianico sprechen, fällt früher oder später zwangsläufig auch der Name Taurasi. Der berühmte Taurasi stammt aus der direkt benachbarten Region Kampanien und nutzt exakt dieselbe edle Rebsorte als grundlegende Basis. Bei Weinistgeil finden Sie herausragende Taurasi Weine, wie beispielsweise den exzellenten Taurasi Sant Eustachio – Aglianico DOCG. Dieser fantastische Wein verdeutlicht das enorme und großartige Potenzial der Rebsorte in den Weinbergen von Kampanien auf eindrucksvolle Weise. Die beiden Spitzenweine, Taurasi und Aglianico del Vulture, weisen naturgemäß sehr viele aromatische Gemeinsamkeiten auf, zeigen aber dem aufmerksamen Verkoster auch faszinierende und spannende Unterschiede.
Der direkte Vergleich zum Aglianico del Vulture
Der Taurasi wächst ebenfalls oft auf stark vulkanisch geprägten Böden, jedoch beeinflusst das insgesamt etwas mildere Klima in Kampanien den Wein deutlich anders als das raue Höhenklima in den Bergen der Basilikata. Taurasi Weine bringen häufig noch wuchtigere und massivere Tannine und eine noch ausladendere Körperstruktur ins Glas. Sie erfordern deshalb sehr oft noch wesentlich mehr Zeit für die Lagerung als ihre ohnehin schon langlebigen Verwandten vom Monte Vulture. Beide Weine spiegeln jedoch die pure und unverfälschte Kraft der Aglianico-Traube meisterhaft und unnachahmlich wider. Wer den komplexen Aglianico del Vulture wirklich liebt, sollte unserer Meinung nach unbedingt auch die große und weite Welt des Taurasi intensiv erkunden, um die gesamte faszinierende Bandbreite dieser edlen süditalienischen Rebsorte vollständig zu begreifen.
Andere Aglianico Weine in Italien
Apulien und Kampanien
Neben den beiden berühmtesten und bekanntesten Vertretern aus der Basilikata und Kampanien kultivieren auch viele andere Regionen Süditaliens diese Rebsorte mit großem Erfolg. Die Regionen Apulien und Molise bringen ebenfalls interessante und eigenständige Aglianico Weine hervor. In Kampanien finden neugierige Weinliebhaber neben dem streng DOCG-klassifizierten Taurasi beispielsweise auch den Aglianico del Taburno. Dieser spezifische Wein zeigt sich oft etwas weicher, fruchtiger und deutlich zugänglicher in seiner frühen Jugend. Lesen Sie sehr gerne mehr über Kampanien und seine hervorragenden Weine in unserem umfangreichen Weinlexikon. Weiter südlich, tief in Kalabrien und Apulien, erzeugen erfinderische Winzer häufig spannende Cuvées, bei denen sie den dominanten Aglianico gekonnt mit anderen lokalen und weicheren Sorten verschneiden. Diese intelligenten Mischungen runden die mitunter sehr strengen Tannine des Aglianico sanft ab und sorgen für einen wesentlich schnelleren und unkomplizierteren Trinkgenuss.
Molise
Molise produziert mit dem Molise Aglianico DOC sehr saftige Weine, die durch intensive Fruchtigkeit und eine sehr angenehme, belebende Frische am Gaumen überzeugen. Sie stellen oft eine äußerst preisgünstige und sehr schmackhafte Alternative zu den teuren großen Gewächsen der Region dar. Einen sehr guten Überblick über verschiedene Aglianico-Weine aus ganz Italien finden Sie in unserem Shop. Die unglaubliche Vielfalt der regionalen Interpretationen zeigt eindrucksvoll, wie anpassungsfähig und facettenreich diese wirklich antike Rebsorte auf verschiedene klimatische Bedingungen und Terroirs reagiert.
Was macht den Wein besonders
Langlebigkeit von Aglianico del Vulture
Zahlreiche Faktoren verleihen dem Aglianico del Vulture seine Ausnahmestellung in der italienischen Weinwelt. Zunächst besticht ganz klar seine schier unglaubliche Langlebigkeit. Ein hochwertiger und gut gemachter Aglianico del Vulture überdauert mühelos mehrere Jahrzehnte im dunklen Keller und entwickelt sich dabei kontinuierlich und spannend weiter. In seiner frühen Jugend dominiert meist ein sehr kräftiges, fast aggressives und forderndes Tanningerüst den ersten Eindruck. Mit den fortschreitenden Jahren der Flaschenreife verwandeln sich diese harten und ungestümen Gerbstoffe jedoch in eine wunderbar samtige, weiche und höchst elegante Textur. Primäre Aromen von frischen roten Früchten weichen dann zunehmend sehr komplexen, tertiären Noten von getrockneten Feigen, feinem Leder, edlem Tabak, dunkler Schokolade und würzigem Trüffel. Die lebhafte und prägnante Säure hält den Wein auch nach vielen Jahren der Lagerung frisch und dynamisch am Gaumen.
Mineralität
Das vulkanische Terroir steuert exakt jene unverwechselbare, leicht salzige Mineralität und jene feinen Raucharomen bei, die echte Weinliebhaber weltweit so sehr schätzen und suchen. Die geniale Kombination aus dieser rauchigen Mineralität, der massiven und dichten Struktur und der stützenden Säure macht den Wein zum perfekten Speisenbegleiter.
Food Pairing und Aglianico del Vulture
Er harmoniert fantastisch mit sehr kräftigen Fleischgerichten, Wildschwein, herzhaften Schmorbraten und reifem, würzigem Käse. Zudem bietet der Aglianico del Vulture im direkten Vergleich zu den norditalienischen Rotweinen wie Barolo oder Amarone fast immer ein überragendes und faires Preis-Genuss-Verhältnis. Weinfreunde erhalten hier Weltklasse-Qualität zu Preisen, die das eigene Portemonnaie sehr schonen. Das macht ihn dauerhaft zu einem echten Geheimtipp für ambitionierte Sammler und preisbewusste Genießer gleichermaßen.
Wer sind die großen Anbieter
Einige sehr renommierte und traditionsreiche Weingüter prägen die hohe Qualität und den exzellenten Ruf des Aglianico del Vulture heute ganz maßgeblich. Zu den absoluten und unumstrittenen Pionieren der gesamten Region zählt die Familie Paternoster. Das Weingut Paternoster Tommasi Estates produziert Jahr für Jahr Weine, die die Typizität des vulkanischen Terroirs absolut perfekt und puristisch einfangen. Ihre begehrten Flaschen genießen weltweit unter Kennern ein extrem hohes Ansehen. Ein weiterer unbestrittener Spitzenproduzent nennt sich Cantine del Notaio. Dieser kreative Erzeuger meistert den schwierigen Spagat zwischen alter Tradition und modernem, innovativem Weinbau absolut virtuos.
Nicht zu vergessen ist der absolute Spezialist für diese Art von Wein ist Cantina il Passo, die nur diesen einen Wein im Portfolio haben. Ich habe ihn jetzt über Jahre immer wieder verkosten dürfen und ihn inzwischen aufgenommen. Ein toller Wein.
Häufige Fragen zu Aglianico del Vulture
Was ist Aglianico del Vulture?
Aglianico del Vulture ist ein Rotwein aus der Region Basilicata in Süditalien, der ausschließlich aus der Aglianico-Rebsorte gekeltert wird. Die Weine wachsen auf den vulkanischen Böden am Hang des erloschenen Vulkans Monte Vulture auf 400–700 Meter Höhe. Wegen seiner Struktur, Langlebigkeit und Tiefe wird er oft als „Barolo des Südens“ bezeichnet.
Was ist der Unterschied zwischen Aglianico del Vulture DOC und Superiore DOCG?
Der Aglianico del Vulture DOC ist die Basisklassifikation mit einer Mindestreifezeit von einem Jahr. Der Superiore trägt seit 2011 den DOCG-Status — die höchste italienische Qualitätsstufe — und muss mindestens 5 Jahre reifen, davon mindestens ein Jahr im Holzfass. Der Superiore ist dichter, komplexer und deutlich lagerfähiger.
Wie schmeckt Aglianico del Vulture?
Junge Aglianico del Vulture zeigen dunkle Kirschen, Pflaume, Veilchen und Eisenmineralik — getragen von hoher Säure und dichten, trockenen Tanninen. Mit Reife entwickeln sich Leder, Tabak, Teer, getrocknete Kräuter und Schokolade. Die vulkanischen Böden geben den Weinen eine unverwechselbare Mineralität, die ihn von anderen süditalienischen Rotweinen klar unterscheidet.
Wie lange kann man Aglianico del Vulture lagern?
Aglianico del Vulture gehört zu den langlebigsten Rotweinen Italiens. Einfachere DOC-Weine sind ab 3–5 Jahren trinkbereit und halten 10–15 Jahre. Superiore DOCG aus guten Jahrgängen können problemlos 20–30 Jahre lagern und gewinnen dabei deutlich an Komplexität. Voraussetzung ist eine kühle, dunkle Lagerung bei konstant 12–14 °C.
Zu welchen Speisen passt Aglianico del Vulture?
Wegen seiner Struktur und Tanninwucht braucht Aglianico del Vulture kräftige Speisen. Ideal sind geschmortes Lamm, Wildragù, Brasato, reife Hartkäse wie Pecorino oder Canestrato sowie herzhafte Wildgerichte. Jüngere Weine harmonieren gut zu Pasta mit Fleischsauce, ältere Jahrgänge entfalten sich am besten ohne Begleitung — als reiner Genuss im Glas.
Was macht den Vulture-Boden so besonders für den Weinbau?
Der Monte Vulture ist ein erloschener Vulkan, dessen Böden reich an Mineralien, Asche und porösen Gesteinsschichten sind. Diese vulkanischen Tuffe speichern Wasser, geben ihn aber langsam ab — ideal für die späte Aglianico-Traube, die bis weit in den Oktober hinein reift. Die Höhenlage sorgt zudem für große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, was die Aromatik und Frische der Weine erhält.
Welche Produzenten sind bei Aglianico del Vulture empfehlenswert?
Zu den bekanntesten und verlässlichsten Erzeugern zählen Elena Fucci mit ihrem ikonischen „Titolo“, Cantina di Venosa als große Genossenschaft mit konstanter Qualität, sowie Cantine del Notaio mit seinem „Il Repertorio“. Daneben sind Cantine il Passo, Paternoster und Re Manfredi für ihre handwerklich geprägten Interpretationen geschätzt. Allen gemeinsam ist der Respekt vor der Eigenständigkeit der Aglianico-Traube ohne Überholzung.
Ist Aglianico del Vulture das gleiche wie Aglianico del Taburno?
Nein — obwohl beide aus der Aglianico-Traube stammen, sind es zwei völlig unterschiedliche Appellationen. Aglianico del Taburno DOCG kommt aus Kampanien, rund um den Taburno-Massif bei Benevent. Die Böden, das Mikroklima und die Produktionsregeln unterscheiden sich deutlich. Aglianico del Vulture gilt generell als strukturierter und mineralischer, Taburno als etwas zugänglicher in der Jugend.
