Als ich im Frühjahr 2019 eine Rundfahrt durch Piemont gemacht habe, wollte ich bewusst  neue Weine und Winzer kennen lernen. Dort traf ich das erste Mal die Familie vom Weingut Fratelli Ferrero. Obwohl mein italienisch eher schlecht als recht ist, wurde ich sehr herzlich aufgenommen und hatte mit der ganzen Familie ein Mittagessen bei ihnen auf dem Hof. So lernte ich Renato Ferrero sowie seine Frau und seine zwei Söhne kennen. Auch später als mein Sohn die Familie noch einmal in 2020 besuchte, wurde er so freundlich aufgenommen, dass er sogar heute noch davon erzählt.

Geographie

Das Weingut liegt in La Morra, also im Herzen von Piermont. Das Piermont liegt in Norditalien direkt an den Alpen und hat die Hauptstadt Turin. Berühmt ist diese Region für sein Nutella, Trüffel, italienische Autos und natürlich seinen Wein. Einer der Berühmtesten Weine Italiens stammt hierher: der Barolo. Damit kommen eben auch Weine die aus Nebbiolo- und Barbera Trauben gemacht werden hierher und liefern Weine höchster Qualität.

Die Familie Ferrero ist nicht verwand mit den gleichnamigen Gründern des Nutella Imperiums. Sie haben sich auf Rotwein und damit natürlich auf Barolo spezialisiert. 25000 Flaschen produziert man jedes Jahr auf ca. 5 Ha. Zwar heißt die Marke Fratelli Ferrero, doch Renato Ferrero betreibt das Geschäft inzwischen alleine.

Familiengeschichte von Fratelli Ferrero

Ursprünglich wurde das Weingut von Guiseppe Settimo am Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet. Er ist der Großvater von Renato. Guiseppe war ein ausserordentlich praktisch veranlagter Mensch, der schon damals Nebbiolo angebaut hat. In den Wirren des zweiten Weltkrieges wurde aus den Weinfeldern Kornfelder, damit die Menschen etwas zu Essen hatten. Dann übernahm der Vater Lorenzo Ferrero in den 50er Jahren den Betrieb und begann wieder Wein anzubauen. Zuerst hat man nur einen Teil selbst hergestellt und den anderen Teil der Trauben verkauft. In der Zeit begann die Familie den Ausbau von Barolo zu perfektionieren. 

Der frühe Tod von Lorenzo war ein grosser Rückschlag für die Familie. Schon früh mussten der junge Renato und sein Bruder in das Geschäft einsteigen. Der Bruder verliss das Geschäft bald, weil der kleine Betrieb nicht genug abwarf um zwei Familien zu ernähren. Dann ging es weiter aufwärts. Nina Ferrero stieg mit in das Weingut ein und übernahm den repräsentativen und kommerziellen Part. Sie empfängt Gäste und auch heute noch kümmert sie sich um die Vermietung der Gästeräume.

Portfolio

Neben den verschiedenen Barolos bietet man auch noch Langhe Nebbiolo den sog. kleinen Barolo an, sowie Barbera d’Alba und einen Cuvee Langhe Rosso an.

Übrigens vermietet die Familie auch Ferienwohnungen, die eine phantastischen Ausgangspunkt für Weinführungen oder Weintastings darstellen. v